WEM Klimadecke zum Heizen und Kühlen im Betriebsgebäude
Ungebrannte Lehmhochlochziegel und WEM Klimadecke zum Heizen und Kühlen: Bei der Planung der Erweiterung des Verwaltungsgebäudes der Abfallverwertung Augsburg sind die Verantwortlichen neue Wege gegangen und haben eine innovative, kreislauffähige Bauweise gewählt. Der neue Anbau wurde aus tragendem Lehmsteinmauerwerk im Lehmdünnbettmörtel-Verfahren erstellt. Der Rohbau wurde eingehaust errichtet, um einen Feuchteeintrag in die Holz- und Lehmbauteile auszuschließen. Das Mauerwerk wird mit einer Holzweichfaseraußendämmung versehen.
In das Konzept passt perfekt das System zum Heizen und Kühlen, das als Lehm-Klimadecke im Trockenbau ausgeführt wurde. Dabei wurde eine abgehängte Decke aus vorgefertigen Lehm-Klimaelementen mit integrierten wasserführenden Leitungen, ergänzt mit Lehmplatten ohne Rohre errichtet. Die Platten wurden an einer Metall-Unterkonstruktion befestigt. Die Klimadecke aus Trockenbauplatten bringt ebenfalls Masse in das Gebäude und trägt durch die hohe Feuchtespeicherkapaziät von Lehm zur effektiven Raumluftfeuchteregulierung bei.
Die WEM Klimadecke erfüllt beim Einsatz im Neubau des Verwaltungsgebäudes viele Anforderungen an die Kreislaufgerechtigkeit, Rückbaubarkeit und den ökologischen Schwerpunkt. Des weiteren kann das Deckenheiz- und -kühlsystem hier seine materialbedingten Stärken ausspielen:
- Montage im Trockenbau mit wenig Baufeuchteeintrag
- verkürzte Einbauzeiten mit nur dünner Deckputzlage
- effizientes Heizen und Kühlen mit einem System
- Lehm als schwerer Baustoff dient als Massespeicher
- diffusionsoffener Wandaufbau und kreislauffähiges Material
- Niedertemperaturheizung kombiniert mit Wärmepumpe
Weitere technische Infos zum System WEM Klimadecke und der Montage finden Sie hier (Abteilung Trockenbausystem Decke)
Kreislauffähigkeit des Systems
Da das WDVS aus Weichholzfaserplatten mechanisch befestigt und nicht mit dem Mauerwerk verklebt wurde, lässt sich der gesamte Wandaufbau am Ende des Gebäudelebenszyklus zurückbauen. Alle Lehmbaukomponenten können sortenrein getrennt, zerkleinert und als Sekundärrohstoff wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. „Das Projekt beweist damit erfolgreich, dass nachhaltiges, zirkuläres Bauen im modernen industriellen Maßstab angekommen ist“, fasst Architekt Christian Huber zusammen.
In Augsburg ging der Entscheidung für den Naturbaustoff Lehm ein ausführlicher Abwägungsprozess voraus. „Da es sich um eine überschaubare Erweiterung handelte, entstand die Idee, den Massivbau in Lehm auszuführen und damit bewusst einen anderen Weg zu gehen. Wir verglichen die Wirtschaftlichkeit zum konventionellen Hochbau detailliert mit dem Lehmbau, das Ergebnis hat überzeugt. Um maximale planerische Sicherheit zu gewährleisten, hatte ich zudem im Vorfeld die Ausbildung zur Fachkraft für Lehmbau absolviert“, erklärt der verantwortliche Architekt Christian Huber. Bei der Erarbeitung des Konstruktions- und Maßnahmenkatalogs sowie der Detail- und Kostenplanung wurde er von den Lehmbauspezialisten von ZRS Architekten Ingenieure wesentlich unterstützt.
Architektur:
Architekturwerkstatt22 Christian Huber | Herr Christian Huber | Kleines Karmelitengässchen 10 |
86152 Augsburg | Tel.:0821-311649 | ch(at)aw22.de | www.aw22.de
Tragwerksplanung/Schallschutz/Fachplanung Lehmbau:
ZRS Ingenieure | Schlesische Straße 26 Aufgang A | 10997 Berlin
Tel.: 030 398 00 95-0 | ingenieure(at)zrs.berlin | https://www.zrs.berlin/
Einbau WEM Klimadecke und Lehmputzarbeiten:
ErdRaum GmbH | Hauptstraße 18 | 86504 Merching
Tel.: (0) 8233 7948858 | hallo(at)erdraum.de | https://erdraum.de/
Fotos fertiges Projekt:
Florian Eder | HWM Hand-Werk Marketing GmbH
Hauptstraße 18 | 86504 Merching | f.eder(at)hand-werk.marketing
Danke an Christian Huber und ZRS Ingenieure für die freundliche Genehmigung für die Verwendung der Fotos.










